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SPRINGER POST

08/04

Die verschollenen Partien der legendären Meister
( 4. Teil )


Hurra! - sie leben noch. Unsere unsterblichen Musketiere aus längst vergangenen Tagen lehren uns immer noch das Fürchten. Beim letzten Aufeinandertreffen hatten uns Hubert Dödelhuber und Gustav Gurkensohn gleich viermal ins Bockshorn jagen wollen, aber das ist ihnen dank unserer überaus versierten Leserschaft selbstverständlich gründlichst misslungen. Trotzdem, so habe ich mir sagen lassen, soll es doch den einen oder anderen Anhänger Caissas gegeben haben, der mit den vorgesetzten Brocken so seine liebe Müh und Not hatte, und - man mag es glauben oder nicht - bereits vorzeitig das Handtuch geworfen hat. Deshalb reichen wir vorsichtshalber die Auflösungen des dritten Teils in aller gebotenen Ausführlichkeit nach, bevor wir uns dann gemeinsam wieder ins unvermeidliche Getümmel stürzen.
Die neunzügige Mattaufgabe' hatten wir ja quasi schon en-passant gelöst, oder sollte dieser Wink mit dem Zaunpfahle immer noch nicht ausgereicht haben, uns auf die richtige Spur zu führen? Immerhin, eine kleine Teufelei galt es noch ausfindig zu machen:
1. d2-d4 (das soll auch spielbar sein) a7-a5 2. Lcl-g5 (heute wieder modern) a5-a4 3. Lg5:e7 Dd8:Le7 4. Kel-d2 De7-e4 5. Kd2-c3 Ke8-e7! (schaltet vorsorglich den eigenen Läufer aus) 6. Kc3-b4 Sg8-f6 7. c2-c3 De4-c2 8. Kb4-a3 Ke7-e8+ (au, weia!) 9. b2-b4 a4:b3 e.p.#. Ja, so kann's einem gehen, der sich zu früh hat auf die Walz gemacht. Alles in allem ein eindrucksvoller Sieg des eisernen Gustav, der damit erst einmal die Führung übernommen hat, wenn auch der Dödel-Hubi mit seinem forschen Wandergesellen hier tatkräftig mitgeholfen haben mag.
Die nachfolgende zehnzügige Spiegelfechterei kam wie folgt zustande:
1. f2-f4 (sieh an - sieh an!) Sg8-f6 2. f4-f5 Sf6-e4 3. f5-f6 Se4:d2 4. f6:g7 Sd2:Sbl 5. g7-g8S! (so geht es natürlich auch) Lf8-g7 6. Lcl-f4 Lg7:b2 7. Lf4:c7 e7-e5 8. Lc7:e5 Dd8-c7 9. Ddl-d4 Ke8-d8 10. Dd4-f2 Lb2-d4. Auf völlig unschiedlichem Wege kamen hier also - wie versprochen - beide Parteien zum gleichen Ergebnis. Auf synchrone Art und Weise gelangt man hingegen unmöglich zum Ziel, da es sich bei der abgebildeten Partieendstellung um eine Punktspiegelung im Brettmittelpunkt handelt, die Grundstellung selbst aber gar nicht punktsymmetrisch ist (man beachte die jeweiligen Aufstellungen von König und Dame).
Als extrem harte Nuss erwies sich der elfzügige Schlagabtausch der bei