Xanten 2005

Kampf um den Aufstieg

Kampf um den Aufstieg

 

Nachdem wir bisher alle Spiele mehr oder weniger Souverän gewonnen hatten, galt es nun das letzte Spiel, ein wichtiges Spiel, ein Spiel um den Aufstieg zu bestreiten. Ein 4:4 würde uns dazu schon reichen. Unverständlicherweise fast schon Siegesgewiss, kamen ich, Stefan, Marvin und Daniel 20 Minuten zu früh am Spielort an. Das dürfte Rekord sein. Freundlicherweise wurde auf die andere Gruppe, Richard, Mikula, Frauke und Alexander gewartete, da sie 10 Minuten zu spät eintrafen. Zu meiner Freude und ich denke auch zu der Freude der Mannschaft wurde uns verkündet das 2 Xantener Spieler fehlten und es ungewiss sei ob sie noch kommen würden. Neben der Freude über diese glückliche Fügung kam bei mir allerdings auch Verwunderung auf. Wie ist es möglich dass über den Verbleib von 2 Spielern in einem Aufstiegskampf nichts bekannt ist? Doch nun, um ca. 15:15 begann der Kampf um den Aufstieg endlich. Die 2 Xantener Spieler die nicht da waren, spielten normalerweise auf Brett 1 und 3. Also konnten Richard und ich hoffen Kampflos zu gewinnen. Ich gesellte mich nach anfänglichem Rumschlendern als erstes zu Daniel auf Brett 5 um seine Partie zu beobachten. Wie ich mit erschrecken feststellte, beging er einen großen Fehler und stellte, Blind vor Gier nach einem Bauern, einen Springer ein. In Gedanken hatte ich Daniel schon fast abgeschrieben, obwohl mir sein Gegner nicht den Eindruck hinterließ, ein konzentrierter und diese Situation richtig ausnutzender Spieler zu sein. Ich gesellte mich also zum nächsten Spieler, der in diesem Falle Marvin auf Brett 4 war und bisher eigentlich immer zuverlässig und gut spielte. Zu meinem entsetzen stellte ich fest, das er sich bereits nach ungefähr 25 Minuten in einer alles anderen als stabilen und sicheren Position befand und wohl jeden Augenblick mindestens eine Figur verlieren würde. Diese Partie gab ich im Geiste auch schon verloren. Nach der anfänglichen Euphorie, begann sich in mir eine innere Unruhe auszubreiten, da ich jederzeit mit dem Eintreffen der anderen Xantener Spieler rechnete. Bei Stefan unserem Remiskönig auf Brett 2 war die Stellung wie auf Brett 8 ,7 und 6 ziemlich ausgeglichen. Bei Frauke auf Brett 7 allerdings, konnte man schon einen Sieg mit einplanen, da sie dort unten, wie sie im laufe der Saison mehrfach bewies, sichtlich unterfordert ist. Ich schaute nun mal wieder bei Daniel vorbei, den ich nach dem anfänglichen Schock ja völlig überstürzt schon auf dem Boden sah. Ich dachte mir inzwischen, es sei ja nicht das erste Mal, das Daniel eine verlorene Partie zu seinen Gunsten ausgehen lasse. Da ich mitbekam, das Daniels Gegner ziemlich schnell und unüberlegt zog, rechnete ich in kürze wieder mit einem besser stehenden Daniel. Ich zog später wieder weiter zu Marvin, da mir Daniel entschieden zu lange überlegte. Marvin stand inzwischen noch schlechter und verlor binnen weniger Züge weitere Figuren. Nun konnte diese Partie selbst der größte Optimist nur noch verloren geben. Zu meiner großen Überraschung gratulierte man mir nach ca. 45 Minuten Spielzeit also um 16 Uhr schon zum Sieg. Ich dachte bisher immer, die Partie müsse eine Stunde laufen und der Gegner immer noch abwesend sein, bis man gewonnen hat. Doch Sebastian belehrte mich eines besseren und versicherte mir, dass eine Stunde nach offiziellem Spielbeginn, also in dem Fall 15 Uhr ausreiche. Plötzlich stand es also 2:0 für Kranenburg und mir viel ein Stein vom Herzen. Weniger als 5 Minuten später wurde Marvin in einer absolut hoffnungslosen Stellung Matt gesetzt. Jetzt stand es also 2:1 während die anderen Bretter mehr oder weniger ausgeglichen waren. Einzig in Mikulas Stellung schien sich ein leichter Vorteil erkennen zu lassen. Nach schnellem überfliegen der noch laufenden Partien setze ich mich wieder zu meinem Lieblings Beobachtungsobjekt Daniel. Seine Stellung war noch, trotz des Figurverlustes recht Stabil. Ich entdeckte einen Interessanten recht gut aussehenden Angriffszug seinerseits, dem ich meine Aufmerksamkeit schenkte. Doch bei genauerem hinsehen entdeckte ich, das er einfach nur recht gut aussah und mehr aber auch nicht. Ein halbwegs guter Spieler würde schnell einen guten Ausweg finden. Da Daniels Gegner das anscheinend auch war fand er leider einen Ausweg. Zwar keinen sehr guten, aber er reichte um Daniels Zug seine Kraft zu nehmen. Doch Daniel lies sich von des Gegners Zug nicht imponieren und griff erneut an. Wenn er seine jetzige Spielstärke beibehält dachte ich mir, wird er das Ding schon schaukeln. Die, durch Daniels endlos lang scheinenden Überlegungen verloren gegangene Interesse meinerseits, dieser Partie weiter zu folgen, zwang mich dazu mich von meinem Platz zu erheben und die anderen Partien zu begutachten. Frauke, Alexander und Stefan standen weiterhin ausgeglichen. Mikula jedoch, fing an richtig gut zu stehen. Ich sah auf die schnelle sogar einen möglichen dreizügigen Figurengewinn. Ich hoffte natürlich sehr das Mikula diesen Figurengewinn auch sieht. Und tatsächlich und zu meiner großen Überraschung und Freude, sah er diesen Figurengewinn und schon wenig später konnte er sich mit einer Leichtfigur auf dem Feld mehr als sein Gegner rühmen. Da Mikula bisher recht fehlerfrei spielte, traute ich ihm durchaus zu, diese Partie auch zu gewinnen. Mit Mikulas guter Stellung im Rücken, wagte ich nun, meine Schritte wieder gen Daniel zu lenken. Dieser hatte inzwischen zu ende überlegt und seine Stellung durch einen guten Angriffszug und Bauernklau verbessert. Durch langes nachdenken und gute Züge war Daniel, trotz Figurnachteil, in einer Stellung, die mir inzwischen besser schien, als die seines Gegners. Nun rechnete ich früher oder später mit einem Sieg Daniels. Da Daniel wieder mal sehr lange überlegte, dachte ich mir, ich verpasse bestimmt nichts, wenn ich mal schaue was die anderen so machen. Bis auf Mikula, der klar auf Sieg stand standen noch alle relativ ausgeglichen. Und siehe da, Mikula gewann wenig später durch die bedingungslose Kapitulation seines Gegners, da er die Hoffnungslosigkeit seiner Lage erkannt hat. Nun stand es 3:1. Ein Sieg für Kranenburg schien wieder in greifbare Nähe gerückt zu sein. Glücklicherweise wusste Alexanders Gegner das anscheinend nicht, denn er bot ihm später ein Remis an. Verwundert und Ordnungsgemäß, fragte Alexander bei Sebastian und Richard nach, ob das in Ordnung gehe. Diese guckten sich die restlichen Partien an und willigten ein was auch Alexander tat. Nun stand es 3,5:1,5. Ich dachte mir, in den restlichen 3 Partien wird ja wohl noch ein halber Punkt für unser Punktekonto auserkoren sein. Und es schien sogar ein ganzer zu sein. Denn ich sah wie Frauke, einen Fehler des Gegners ausnutzend eine Qualität gewann und auch positionell besser stand. Na endlich, dachte ich mir. Es hat zwar länger als sonst gedauert aber sie hat wieder einmal gezeigt, dass man auf sie zählen kann. Noch war die Partie zwar noch nicht gewonnen, aber man konnte nun sehr mit einem Siege rechnen. Nun führte ich mir mal wieder Daniel zu Gemüte, der anscheinend immer noch überlegte, was er denn nun ziehen solle. Ich wartete und dachte über seine Stellung nach, fand sogar einen recht guten Zug und hoffte dass Daniel ihn auch sehen würde. Doch er zog es vor seine Dame zum Tausch anzubieten, welche er vorher Wacker zwei gewollten Damentauschen des Gegners entzog. Der Gegner zögerte nicht lange und tauschte die Damen. Leider übersah Daniel eine fatale Gabel des Gegners, die der Gegner jedoch sah und ausnutzte. Wenig später gab Daniel dann entnervt auf. Nun stand es, um ungefähr 17:30 3,5:2,5 wobei Stefan immer noch ausgeglichen stand und es auf ein Remis hinauszulaufen schien, was uns zum Unentschieden und Aufstieg reichen würde. Frauke hatte ihren Vorteil unerwartet schnell ausgebaut und stand nun klar auf Sieg. Das bemerkte auch Stefans Gegner und es kam zum Remis. Da es jetzt 4:3 stand schüttelten wir uns alle die Hände und gratulierten uns zum Aufstieg. Nur kurze Zeit später Gewann Frauke aufgrund ihrer erdrückenden Übermacht. Endstand 5:3. Kranenburg war nicht nur aufgestiegen, sondern hat auch alle Spiele gewonnen. Da dies ein Grund zum Feiern war, wurden alle nach Haus Hünnekes zum Traditionelle Aufstiegsessen eingeladen, an welchem ich zum ersten Mal Teilnahm.