4. Runde
der Bezirksliga Linker Niederrhein, Saison 2004 / 05
Turm
Rheydt I - SV Springer Kranenburg I
Gespielt
am 05. Dezember 2004
Das Handy klingelte doch nicht
In
der vierten Runde der diesjährigen Saison musste die Erstvertretung des
Kranenburger Schachvereins bereits zum dritten Male reisen. Eine doch etwas
merkwürdige Terminplanung, findet der Verfasser dieser Zeilen. Und es sollte
ein langer Tag werden. Zunächst einmal hatten wir Probleme, das Spiellokal, die
Sporthalle Backeshof, zu finden. Erst mit zwanzig Minuten Verspätung trafen wir
dort ein. Hermann-Josef Wenten gar mit 45-minütiger Verspätung. Die Gastgeber
waren jedoch so fair, die Uhren nicht vor unserer Ankunft in Gang zu setzen.
Um
ca. 10.30 Uhr konnte es dann endlich losgehen. Wolfgang Osterkamp konnte seine
Partie als Erster - siegreich - beenden. Und das schon nach knapp 1 1/2 Stunden
Spielzeit. Souverän setzte er sich gegen seinen Kontrahenten durch, der ihm
allerdings auch nicht allzu großen Widerstand entgegensetzen konnte. Sebastian
Hünnekes musste kurz darauf die Segel leider streichen. Entwicklungsrückstand
und Minusbauer waren nicht zu kompensieren, der Druck seines Gegners
schließlich zu groß.
Hermann-Josef
Wenten konnte im Mittelspiel positionelle Vorteile erringen, die er im weiteren
Verlauf der Partie zum Gewinn zweier Mehrbauern ausbauen konnte. Der Rest der Partie
war für ihn dann lediglich noch technische Umsetzung. Damit 2 : 1 für uns. Theo
Hünnekes' Partie wäre fast um einen Eklat überschattet worden. Theo erwischte
seinen Gegner nämlich in einem Nebenraum bei der (vermutlichen) Analyse der
(laufenden) Partie zwischen den beiden. Auf Anraten unseres Mannschaftsführers
Wolfgang Osterkamp setzte Theo seine Partie unter Vorbehalt eines möglichen
Protestes fort. Ein solcher war schließlich doch nicht nötig. Denn Theo konnte
seine Stellung Zug um Zug verbessern, bis die Verteidigungsstellung seines
Gegners am Ende zusammenbrach. Die beruhigende 3 : 1-Führung sollte leider
nicht von langer Dauer sein. Sowohl Jürgen Jansen als auch Willi Gochermann
mussten
dem
stetigen Druckspiel ihrer jeweiligen Gegner sich beugen. Somit 3 : 3. Der Autor
dieser Zeilen hatte es am Spitzenbrett mit einem Gegner zu tun, der
Vaterfreuden entgegensah. Vor Beginn des Kampfes hatte dieser angefragt, ob er
sein Handy anlassen dürfe. Grund dafür: Möglicher kurzfristiger Anruf seiner
hochschwangeren Frau. Für diesen Fall kündigte der Rheydter Spieler an, seine
Partie aufgeben und ins Krankenhaus fahren zu müssen. Der offensichtlich
hochmotivierte Rheydter Spieler spielte jedoch eine starke Partie. Ich selber
hatte vielleicht nicht meinen besten Tag erwischt. Leichte positionelle
Vorteile konnte der Rheydter Spieler im Laufe der Partie verdichten. Was zu
einem Bauerngewinn und einer Zugzwangstellung führte, die für mich nicht mehr
zu halten war. Das Handy hatte bis dahin leider nicht geklingelt. Auch die vage
Hoffnung, der Rheydter werde vielleicht die Bedenkzeit überschreiten, erfüllte
sich leider nicht.
Nun
hing alles vom Ausgang der Partie an Brett 2 (Richard Verbeet) ab. Die Stellung
sah zu diesem Zeitpunkt ziemlich Remis-trächtig aus. Angesichts des Standes des
Mannschaftskampfes war Richard jedoch zum Weiterspielen "verdammt".
Mehrfach vergaben beide Kontrahenten im weiteren Verlauf gute bzw. bessere
Fortsetzungen. Unter dem Druck der beiden Spielern langsam weglaufenden Zeit tat
uns der Rheydter Spieler schließlich den "Gefallen", den
entscheidenden Fehler zu begehen, der Richard den nicht mehr unbedingt
erwarteten Sieg und uns das Mannschafts-Unentschieden bescherte.
Damit
war ein langer Schachtag um 16.30 Uhr zu Ende.
|
|
Rheydt I
|
-
|
Kranenburg I
|
4 : 4
|
|
2)
|
Krause
|
1)
|
Cloosters
|
1 : 0
|
|
3)
|
Hützen
|
2)
|
Verbeet
|
0 : 1
|
|
5)
|
Zaragatski
|
3)
|
Osterkamp
|
0 : 1
|
|
6)
|
Bajraj
|
4)
|
Hünnekes
Th.
|
0 : 1
|
|
7)
|
Kox
|
5)
|
Jansen
|
1 : 0
|
|
11)
|
Lang
|
6)
|
Hünnekes
S.
|
1 : 0
|
|
17)
|
Rumpf
|
7)
|
Gochermann
|
1 : 0
|
|
20)
|
Arndt
|
8)
|
Wenten
|
0 : 1
|
Herbert
Cloosters